Donnerstag, 27. Oktober 2011
Dienstag, 25. Oktober 2011
Erster Tag.
Mein erster richtiger Tag in Putsil war ein Sonntag. Nach dem ich in der Nacht sensationell schlecht geschlafen hatte, morgens einen Chai getrunken und zum Gottesdienst gegangen bin, bei dem Anwesenheitspflicht herrscht für jeden Putsilbewohner, war ich gleich auf mich allein gestellt, Marshal musste nach Semiliguda. Im Gottesdienst wurde ich der Gemeinde vorgestellt, ich stand vorne, und aus jedem Mund der 100 Familien ertönte zeitgleich ein „Namaskaar“. So wusste jetzt also jeder wer ich bin, und woher ich kam, nur ich kannte fast niemanden. Der einzige Name, den ich mir schnell merken konnte, war Suba. Bei Suba konnte ich jeden Tag essen, sie war meine Ansprechperson im Dorf. Ich finde es witzig, sie so zu nennen, da sie kein Englisch sprach und ich nur ein paar wenige Wörter Kuwi und sehr schlechtes Oriya, aber irgendwie haben wir uns trotzdem ein bisschen verständigen können.
Ich überlegte mir, was man wohl so macht, frisch angekommen in einer völlig neuen Umgebung. Ich beschloss, einfach mal durch das Dorf zu schlendern, jedem „Hallo“ zu sagen, und zu gucken, was die Menschen in Putsil so treiben. Weiterlesen:
Erster Abend.
Die letzten sieben Tage (0,000943 % meines Lebens) habe ich in einem Dorf namens Putsil verbracht. Putsil liegt 40 Minuten Offroadfahrt entfernt von Semiliguda, wunderschön geschützt von saftig grünen Hügeln, und am Fuß von Orissas höchstem Berg, dem Deomali.
100 Familien leben im Dorf. Der Großteil von Putsil gehört einem Stamm der Ureinwohner Indiens an, den Adivasis. Der Stamm der Einwohner Putsils heißt Kondh, ihre Sprache Kuwi.
Nur eine der Familien gehört nicht den Adivasis an, sie gehört zu den Dalits, den Kastenlosen, die sich selbst „die Gebrochenen“ nennen.
Dalits sind ursprünglich Hindus.
Adivasi folgen einem Naturglauben. Ihre Götter haben sich nicht im Himmel niedergelassen, sondern in den Bergen.
Allerdings begegnete ich bei meiner Ankunft weder Hindus noch Anhängern einer Naturreligion. Putsil ist 100% christlich. Das erste, was man vom Dorf sieht, ist die Kirche. Die Gemeinde ist noch recht jung, die Menschen sind vor 40-60 Jahren konvertiert. Damals kamen Leute aus meinen Kulturkreis, um sie zu überzeugen, dass das Christentum die bessere Wahl sei. Wie sie das gemacht haben weiß ich nicht.
Als ich ankam, wurde ich erst mal vom Dorfpräsidenten begrüßt. Er gab mir einen kurzen Kuwicrashkurs. Weiterlesen:
Samstag, 22. Oktober 2011
Freitag, 14. Oktober 2011
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Ja, auch Computer kann man ehren.
Letzten Donnerstag war überall in Indien der Höhepunkt des großen Duserafestes, dass überall anders ausgeübt, aber immer Anfang/Mitte Oktober gefeiert wird. Man richtet sich bei der Wahl der Woche da ganz nach dem Mond.
Es ist ein Hindu-Fest.
Hier in unserer Gegend gilt die Aufmerksamkeit an diesem Tag der Verehrung von Werkzeugen. Im Norden beispielsweise feiert man Rama's Sieg über Ravana. (Wem die Namen nichts sagen, der sollte sich mit dem Epos Ramayana beschäftigen).
Gleich am Morgen ging bei uns auf dem Campus die Zeremonie los. Aufwendig wurde auf dem Hof ein kleiner Altar aufgebaut, die Gaben ruhten auf vielen großen grünen Bananenblättern und wir guckten die ganze Zeit ordentlich zu. Um den kleinen Altar war der ganze Fuhrpark, sowie einige Hämmer und Sägen von IRDWSI aufgebaut, bereit geweiht zu werden. Nachdem Buja, der normalerweise unser Fahrer ist, als Leiter der Zeremonie alles vorbereitet hat, und dabei die weltberühmte rote Paste angerührt hat, die ein jeder Hindu auf der Stirn trägt, ging die Weihung los.
Übrigens fand ich dem ganzen Spektakel riesige Flecken der heiligen Paste hinten auf meinem T-Shirt. Woher die kamen habe ich keine Ahnung, aber schlecht ist das wohl sicherlich nicht.
Vor jedem Auto wurde eine Kokosnuss zerschlagen, der Saft in den Motorraum getröpfelt, was sicherlich bei so manchen deutschen daheimgebliebenen Landesgenossen schlimmste Bedenken der Sicherheit des armen Autos ausgelöst hätte.
Aber keine Angst, denn die lieben Autos wurden ja geweiht/gesegnet/verehrt. Oder alles auf einmal. Da bin ich noch nicht ganz dahinter gekommen. Das Ganze ging dann noch mit Weihrauch und ein bisschen Farbe auf jedem Reifen weiter.
Der Abschluss der Segnung/Weihung/Verehrung war das Zerquetschen einer vor jeden Reifen gelegten Limone durch sanftestes Vorfahren, wobei man sich vorher selbstverständlich nicht das obligatorische Leerlaufgasgebenhammerklasse nehmen lassen wollte. Auch die guten Mahindras macht ordentlich Sound.
Selbiges wurde mit jedem Zweirad gemacht. Ich hatte die große Ehre mit dem Naturweihinstrument, der sagenhaften Kokosnuss, ein paar Motorräder zu weihen/segnen/ehren. Buja hat sie dann zur Sicherheit nochmal nachgeweiht/gesegnet/geehrt, womit ich vollkommen einverstanden war, da es mir leider nicht gelang, die Kokosnuss mit nur einem einzigen Schlag zu öffnen, so lässig wie er das immer macht.
Tja, ich bin eben kein Hindu. ;)
Trotzdem versuche ich meine Öffnungskünste stetig zu verbessern. Seit letztem Donnerstag haben wir drei Kokosnüsse gewaltsamst geöffnet und roh mit Zucker gegessen, was die Inder eher selten zu tun pflegen.
Was ich absolut klasse fand am Dasara, dass auch ein jeder Computer von IRDWSI einen der berühmten roten Punkte auf seine Stirn bekam. Außer unsere, die waren aufm Zimmer.
Mehr Bilder gibt es hier
Sonntag, 9. Oktober 2011
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